Sieben Kämpfe, fünf Mal Autsch!
Knock-out-Flut bei Eurosport-Fightnight in Sölden
Gemeinsam mit Spotlight Boxing und der Universum Box-Promotion lud PRO BOXING AUSTRIA am 4. Dezember wieder zur einer Eurosport-Fightnight in die Freizeit Arena Sölden ein. Hauptmerkmal des Abends, dem 1200 begeisterte Sportfans beiwohnten, war eine wahre Knock-out-Flut. Von sieben Kämpfen endeten fünf vorzeitig, vier gar schon in der ersten Runde.
 Rola El Halabi (l.) dominierte nach Belieben. Fotos: Ernst Lorenzi
Zum Auftakt zeigte die deutsche Boxerin Rola El Halabi, dass mit ihr in Zukunft zu rechnen sein wird. Die gebürtige Libanesin ließ ihrer Gegnerin Borislave Goranova aus Bulgarien nie eine Chance, dominierte vor allem mit ihrer linken Führhand den Fight nach Belieben. So gewann die 22-Jährige letztlich souverän einstimmig nach Punkten.
 Muskelberg Gbenga Oloukun (r.) schickte Edgar Kalnars auf die Bretter.
Im zweiten Fight erwies sich Gbenga Oloukun aus Nigeria als übermächtiger Gegner für Edgar Kalnars aus Lettland. Von Beginn an war der Afrikaner dominant, zündete in Runde zwei erstmals seine gefürchteten Bomben. Ein brachialer rechter Haken beendete im dritten Durchgang das ungleiche Duell.
Danach ging es zwei Mal wahrlich Schlag auf Schlag. Die Leidtragenden: zwei Slowaken. Igor Michalkin aus Russland fällte Richard Remen ebenso in der ersten Runde wie Marcel Meyerdiercks seinen Gegner Marcel Rac.
 Harter Infight: Aleksy Kuziemsyk (r.) gegen Peter Venancio.
 Kuziemski trifft mit einer rechten Geraden.
Beim Duell zwischen Aleksy Kuziemski aus Polen und dem Brasilianer Peter Venancio ging es um den Titel des WBO Intercontinental-Champions. Der Südamerikaner startete überfallsartig, bereitete Titelverteidiger Kuziemski allerdings nur in der ersten Runde wirkliche Probleme. Danach diktierte dieser den Fight, verwirrte seinen Gegner immer wieder mit dem Wechsel der Auslage. Der erhoffte Knock-out, den Kuziemski auch noch in der zwölften Runde energisch anstrebte, gelang aber nicht - obwohl der Brasilianer in Runde acht nach einem schweren Körpertreffer schon am Boden war. Am einstimmigen Punktesieg für Kuziemski gab es keinen Zweifel.
 Rudolf Kraj schwankte nur hier. Sonst war er der Dominator.
 Kraj behält seinen Meistergürtel des World Boxing Councils.
Die Freude am Auftritt der tschechischen Schlagmaschine Rudolf Kraj währte nur kurz. Er benötigte für seinen K.o.-Erfolg gegen Orlando Antonio Farias aus Argentinien nur knapp mehr als zwei Minuten. Damit verteidigte er im Schnelldurchgang seinen Internationalen Meistertitel nach Version des WBC.
 Billi Godoy war diesmal Kurzarbeiter.
 Der "Gaucho" mit Universum-Coach Valentin Silaghi.
Den sportlichen Schlusspunkt setzte Billi Godoy. So friedlich der Gaucho aus Hansi Neuners Boxstall außerhalb des Rings auch ist: Im Duell Mann gegen Mann entwickelt er eine schier zerstörerische Wirkung. Pavel Nemecek aus Tschechien kann - so es sein brummender Schädel wieder zulässt - ein Lied davon singen. Zuerst mähte Godoy ihn mit einem Leberhaken um, danach folge ein Schlaghagel - und das vorzeitige Ende nach nur 2:10 Minuten der ersten Runde.
Die Ergebnisse:
Damen-Leichtgewicht, 4 Runden
Rola El Halabi (Deutschland) W4 Borislava Goranova (Bulgarien) (40:36, 40:36, 40:36)
Schwergewicht, 8 Runden
Gbenga Oloukun (Nigeria) WKO3 (0:35) Edgar Kalnars (Lettland)
Halbschwergewicht, 4 Runden
Igor Michalkin (Russland) WKO1 (2:11) Richard Remen (Slowakei)
Fliegengewicht, 4 Runden
Marcel Meyerdiercks (Deutschland) WKO1 (1:00) Marcel Rac (Slowakei)
WBO Intercontinental Championship
Halbschwergewicht, 12 Runden
Aleksy Kuziemski (Polen) W12 Peter Venancio (Brasilien) (119:107, 120:107, 119:108)
WBC International Championship
Cruisergewicht, 12 Runden
Rudolf Kraj (Tschechien) WTKO1 (2:02) Orlando Antonio Farias (Argentinien)
Mittelgewicht, 4 Runden
Billi Godoy (PBA/Argentinien) WKO1 (2:10) Pavel Nemecek (Tschechien)
Weltmeister als Ehrengast
 Der Innsbrucker Sportmediziner Dieter Gehmacher (l.) mit Firat Arslan.
Ehrengast der Eurosport-Fightnight in Sölden war der neue Cruisergewichtsweltmeister der WBA, Firat Arslan. Er hatte sich in Sölden auf den wichtigsten Kampf seiner Karriere vorbereitet, in dem er der US-Legende Virgil Hill den Titel abnahm. In Sölden fühlte er sich auch wohl, ohne im beinharten Training schwitzen zu müssen. |