| Boxmekka Sölden
Was für eine Fightnight! Die bisher dritte Auflage einer Eurosport-Boxgala von PRO BOXING AUSTRIA und der Spotlight Boxing GmbH aus Hamburg war sportlich und gesellschaftlich zweifelsfrei die beste Veranstaltung in der noch jungen Geschichte von Österreich größtem Profiboxverein.
Schon im ersten Kampf zwischen SES-Boxer Lukas Konecny aus Tschechien und dem Ungarn Gyula Zabo ging es mächtig zur Sache. Allerdings recht einseitig. Während der bärenstarke Konecny in der ersten Runde mit seinem Gegner noch spielte, war in der zweiten schnell Schluss mit lustig. Zunächst ging Zabo nach einem Kopfhaken zu Boden, danach japste er nach einem Leberhaken verzweifelt nach Luft. Nach dem dritten Niederschlag waren gerade einmal 1:20 Minuten der Runde geboxt - und der ungleiche Kampf zu Ende.
 Lukas Wilaschek (rechts) zeigte gegen Istvan Varga eine tolle Leistung.
Eine großartige Leistung bot Lukas Wilaschek gegen den Ungarn Istvan Varga. Prachtvolle Kombinationen landeten immer wieder am Kopf oder Körper des Gegners. Der war wiederum praktisch nie in der Lage, Wilaschek zu treffen. Selbst wenn dieser die Deckung hängen ließ, wich er den Schlägen des Ungarn pfeilschnell und geschmeidig wie eine Katze aus. Nach sechs Runden werteten alle drei Punkterichter den Kampf mit 60:54 für Wilaschek.
Regelrecht zermürbt wurde der Kroate Ivica Perkovic im Schwergewichtlerduell mit dem Ukrainer Taras Bidenko. Vor allem in der dritten und vierten Runde konnte dieser mächtige Treffer landen. Zu Beginn der sechsten Runde gab Perkovic entnervt auf.
Ein weiteres Duell im Schwergewicht gab es zwischen Sebastian Köber und dem Brasilianer Jucimar Francisco Hipolito. Wobei der talentierte Deutsche anfangs wohl nicht recht glauben konnte, was da auf ihn zukam. Mit ungestümen Schwingern, die ihn mehrfach beinahe selbst von den Beinen rissen, versuchte der Südamerikaner sein Glück. Mit dem Resultat, dass er schon in der ersten Runde angezählt wurde. In der zweiten hatte Köber dann genug von den merkwürdigen Einlagen Hipolitos. Ein Kopf- gefolgt von einem Körpertreffer beendet das ungleiche Duell.
 Der kleine Vitali Tajbert (rechts) siegte souverän. Fotos: Ernst Lorenzi
Vitali Tajbert bekam es in Sölden mit dem Bulgaren Kirkor Kirkorov zu tun. Und dabei machte er deutlich, warum er zu den größten Hoffnungsträgern im Spotlight-Boxstall zählt. Locker boxte er seinen Gegner aus, der in Runde fünf auf die Knie ging und angezählt wurde. Mit größeren Showeinlagen während des Kampfes hielt sich Tajbert diesmal zwar zurück, nachdem er unlängst ein Donnerwetter von Universum-Chef Klaus-Peter Kohl über sich ergehen hatte lassen müssen. Viele Besucher hätte allerdings wohl interessiert, was da in den Ringpausen in Tajberts Ecke abging, in der sich Coach Magomed Schaburow mitunter vor Lachen kaum halten konnte. Mit drei Mal 60:53 entschied Tajbert den Fight jedenfalls klar für sich.
 Willy Blain (links) hatte in den ersten Runden enorme Probleme.
Die WBO-Interkontinental-Meisterschaft zwischen Titelverteidiger Willy Blain und Sergio Omar Priotti war dann der absolute Höhepunkt des Abends. Denn der Argentinier machte sofort deutlich, dass er nicht gewillt war, vom Franzosen nur als lästige Hürde genommen zu werden. Mit unglaublichem Druck ging Priotti in den Kampf und schickte Blain nach einer Unachtsamkeit in Runde eins sogar auf die Bretter. Auch in Runde zwei sah es äußerst schlecht für den Titelträger aus. Erst im nächsten Durchgang gewann er langsam die Kontrolle über den Kampf. Während der Herausforderer in der Folge deutlich abbaute, zog Blain alles Register seines Könnens und deckte den Gaucho in der sechsten Runde mit einem Schlaghagel der Sonderklass ein. Aus der Ringecke kehrte Priotti dann nicht mehr zurück. Schwer gezeichnet und mit einer Schulterverletzung wurde er aus dem Kampf genommen.
 Freddy Chura (links) war auch in Sölden der Chef im Ring.
Zum letzten Fight des Abends trat in Sölden PRO-BOXING-AUSTRIA-Profi Freddy Chura gegen den Rumänen Leonid Smetanca an. Hatte er in Runde eins noch Probleme mit den Reichweitenvorteilen seines Widersachers, befolgte "El Guerrero" danach haargenau die Anweisungen von Coach Michael Timm. Mit Attacken auf den Körper Smetancas schickte er diesen in Runde zwei dreimal zu Boden, ehe der Ringrichter den Fight nach 2:35 Minuten stoppte. Chura hat damit eine weitere Hürde auf den Weg nach oben genommen.
Leider nichts wurde es in Sölden mit dem Fight um die WIBF-Krone zwischen Karoline Lukasik aus Polen und Paola Gabreiala Casalinuovo aus Argentinien. Die Südamerikanerin hatte sich noch in ihrer Heimat eine Lebensmittelvergiftung eingefangen und hatte dann während ihres kurzen Aufenthaltes in Sölden gleich sieben Kilo abgenommen. Damit war an einen Kampfeinsatz nicht zu denken.
Die Ergebnisse:
WBO Interkontinental-Meisterschaft Halbweltergewicht, 12 Runden: Willy Blain WTKO7 (0:05) Sergio Omar Priotti
Mittelgewicht, 6 Runden: Lukas Konecny WTKO2 (1:20) Gyula Zabo
Supermittelgewicht, 6 Runden: Lukas Wilaschek W6 Istvan Varga (60:54, 60:54, 60:54)
Schwergewicht, 8 Runden: Taras Bidenko WTKO6 Ivica Perkovic
Schwergewicht, 4 Runden: Sebastian Köber WKO2 (0:27) Jucimar Francisco Hipolito
Superfedergewicht, 6 Runden: Vitali Tajbert W6 Kirkor Kirkorov (60:53, 60:53, 60:53)
Halbweltergewicht Freddy Chura TKO2 (2:35) Leonid Smetanca
Auch zahlreiche Promis ließen sich die packenden Kämpfe in der Freizeit Arena nicht entgehen. Mehr darüber lesen Sie unter http://www.pro-boxing-austria.com/index.php?res=tc |